Gruselspaß im neuen Dungeon am Alex

 

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Totenköpfe, Foto: Kristin Charlotte Schmeding / pixelio.de

Berlin -700 Jahre Gruselgeschichte

Es ist eine Art Dauer-Geisterbahn für Große: Der unberechenbare Hofnarr begrüßt die zahlenden Besucher (Kinder unter 10 haben keinen Zutritt) und gibt einen Vorgeschmack auf die Reise durch das dunkle und nervenaufreibende Berlin Dungeon. Das englische Wort Dungeon bedeutet übersetzt Verlies oder Kerker. Dahin wird man mit einem wenig vertrauenserweckenden Aufzug bugsiert, gezogen von knirschenden Zahnrädern und Ketten.

In der alten Bibliothek von Berlin hat der hinkende Mönch Pater Roderich nur auf nervenstarke Besucher gewartet, um ihnen unter dem Vorwand des Geschichtsunterrichts den einen oder anderen tüchtigen Schreck zu versetzen. Wir sind jetzt im 14. Jahrhundert und es beginnt eine 60 minütige Reise durch 700 Jahre grauenhafter Berliner Geschichte, wobei der Grusel über eitergefüllte Pestbeulen und Folterknechte wichtiger ist, als die trockenen historischen Fakten. In 9 Liveshows mit echten Darstellern, die abwechselnd in Deutsch und Englisch spielen, gibt es jede Menge moderne Special Effects, eine haarsträubende Floßfahrt und so viele Folterinstrumente, dass ein Besuch beim Zahnarzt sich dagegen wie ein Wellnessurlaub anfühlt.

Dungeon eine Idee aus London

Berlin wird der achte Ableger des Konzepts sein, das 1975 in London startete. In Hamburg gibt es seit zwölf Jahren einen Dungeon-Spukpalast, der mehr als drei Millionen Besucher angelockt hat. Die britische Merlin Entertainments Group, die in Berlin bereits das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, das Aquarium Sea Life und das Legoland Discovery Centre betreibt, hat im letzten Herbst angefangen, an der Spandauer Straße in Mitte das 15-Millionen-Euro-Projekt Berlin Dungeon zu bauen. Auf zwei Etagen und 2500 Quadratmetern werden seit dem 15. März die dunklen Seiten der Berliner Geschichte präsentiert – vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Der Gruselspaß kostet 19 Euro, mit Frühbucherrabatt und für Gruppen weniger – für Junggesellenabschiede gibt es besondere Tarife. Denn der echte Grusel kommt ja noch…

…falls sie nicht doch ins „andere“ Dungeon Berlin wollten. Es hat eine gleichlautende Internetpräsenz und ist ein Dominastudio in Reinickendorf, das mit dominanten und bizarren Damen wirbt, die Käfighaltung und Zwangsrasieren bieten. Ganz ohne historischen Hintergrund.

 

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Datum: Freitag, 22. März 2013 10:36
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